#Nachhaltigkeit

Fit sein für den großen Wandel

Wer im Zusammenhang mit Unternehmen von Nachhaltigkeit spricht, sollte auch an das Thema Ausbildung denken. Für einen Global Player wie ZF sind sehr gut qualifizierte Mitarbeiter unverzichtbar, um Kunden auch künftig Topqualität zu liefern.
Lars Weitbrecht , 06. März, 2018
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Lars Weitbrecht kommt ursprünglich aus der Musik- und Gamingbranche, hält aber neben Gamepad und Gitarre auch gerne Stift und Lenkrad in der Hand.
Das Rennen um die Zukunft der Automobilbranche ist in vollem Gange. Wer bei Digitalisierung, automatisiertem Fahren und Elektromobilität als Unternehmen mithalten will, muss seine Mitarbeiter passgenau qualifizieren – und das weltweit. Das Fundament für sein globales Qualitätsversprechen legt ZF deshalb bereits mit der Ausbildung. Schließlich bleiben Berufseinsteiger dem Konzern im Idealfall viele Jahre als Fachkräfte erhalten. Für ZF bedeutet dies, frühzeitig neue Anforderungen an Mitarbeiter zu formulieren, Ausbildungsinhalte entsprechend auszurichten und Standards festzulegen. Lesen Sie hier drei Beispiele aus Deutschland, der Slowakei und den USA.

Deutschland: Update eines Klassikers, der weltweit Standards setzt

Deutschland: Update eines Klassikers, der weltweit Standards setzt

Weltweit genießt das deutsche duale Ausbildungssystem einen sehr guten Ruf. Damit das so bleibt, beschäftigt Personalverantwortliche in Unternehmen wie Politiker eine wichtige Frage: Wie beeinflusst die Digitalisierung vorhandene Berufsbilder und deren Ausbildungsinhalte? Stefan Haas, Leiter der Initiative „Ausbildung 4.0“
Bereits von zwei Jahren startete ZF dazu das Projekt „Ausbildung 4.0“. Die Projektmitglieder arbeiteten unter anderem daran, die Ausbildungsberufe der Zukunft zu identifizieren, oder legten fest, welche neuen Inhalte in die bestehende Ausbildung zu integrieren sind.
Dabei legt ZF hohe Ausbildungsstandards für seine Mitarbeiter fest, damit das Unternehmen auch künftig seinen Kunden global Topqualität bieten kann. Weil die Digitalisierung und die weltweite Vernetzung sich bis in die Werkhallen auswirken, benötigen Facharbeiter von heute zusätzlich sprachliche und interkulturelle Kompetenzen. Ebenfalls zum Rüstzeug gehört der Umgang mit den digitalen Medien.
In den nächsten Jahren wird ZF deshalb sehr stark in neue und aktualisierte Ausbildungskonzepte sowie in die moderne Ausstattung seiner Ausbildungszentren investieren.
Das Ausbildungszentrum des ZF-Werks Saarbrücken bereitet junge Menschen optimal auf den Berufseinstieg vor.

Slowakei: Berufsanfänger trainieren in eigenen Zentren

Slowakei: Berufsanfänger trainieren in eigenen Zentren

In der Slowakei wuchs über das letzte Jahrzehnt der Automobilsektor so stark, dass die Gewerbeschulen die Nachfrage nach Fachkräften nicht mehr decken konnten. Erst seit dem Jahr 2015 existiert in der Slowakei ein duales Ausbildungssystem. ZF mit seinen vier Standorten im Land war eines der ersten Unternehmen, das sich dafür engagierte. Der Konzern errichtete im Jahr 2016 neue Trainingszentren in Trnava und Levice. Dort lernen nun unter anderem angehende Zerspanungsmechaniker, Werkzeugmacher, Anlagenführer und Elektroniker an Maschinen und Geräten, die auf dem neuesten Stand der Technik sind.
Die Theorie pauken sie in einer von drei Fachschulen vor Ort, mit denen die Zentren kooperieren. Je nach Fachbereich dauert die Lehre drei oder vier Jahre. Dabei wechseln die Azubis wöchentlich zwischen Schulbank und Werkbank. Starteten im Jahr 2016 noch 51 Lehrlinge eine duale Ausbildung bei ZF Slovakia, waren es ein Jahr später bereits 67.

USA: Der Leuchtturm von Michigan

USA: Der Leuchtturm von Michigan

Auch im US-Bundesstaates Michigan bestand Anfang dieses Jahrzehnts ein Fachkräftemangel. Die Wirtschaftskrise war gerade abgeklungen, hatte aber die Auto- und Industriemetropole Detroit in den Bankrott gerissen. Qualifizierte Techniker zogen von dort in andere Teile Amerikas. Das spürte auch ZF an seinen Standorten in Michigan.
Rick Snyder, seit 2011 amtierender Gouverneur von Michigan, kannte das duale Ausbildungssystem aus Deutschland. Er wollte ein ähnliches Konzept bei sich umsetzen. Also schlossen sich der Bundesstaat Michigan, ZF und weitere Partner zum Netzwerk „Michigan Advanced Technician Training Program“ (MAT²) zusammen. MAT² setzt verbindliche Standards für die Ausbildung von Facharbeitern, die hier drei Jahre dauert – knapp zwölf Monate länger als eine vergleichbare US-Ausbildung.
Das Programm gilt inzwischen über Michigan hinaus als Leuchtturmprojekt. Teilnehmer an MAT² erhalten von Anfang an einen Lohn. Dafür verpflichten sich Absolventen, nach Abschluss der Ausbildung mindestens für zwei Jahre bei ZF zu bleiben. Die Zahl der nach MAT² ausgebildeten Berufseinsteiger an den drei Standorten Northville, Lapeer und Fenton im US-Bundesstaat Michigan steigt von Jahr zu Jahr. Der eingeschlagene Weg ist eine Win-Win-Situation für das Unternehmen und für die Beschäftigten – und damit eine Investition in die Zukunft.